Selbstverständnis

L aut und lustig

Die Gesellschaft sagt uns von Klein auf, dass wir zurückhaltend und brav sein sollen, um  richtige „Ladies“ zu werden. Wir wollen uns die Kategorie zurückerobern, laut, lustig, ungezogen – lad(i)ys* halt.

A ktivistisch

Unser Lad(i)y*fest ist keine Insel auf der wir feministische Praxis leben, sondern wir werden unsere Utopien auch abseits des Lad(i)y*fest-wochenendes auf die Straßen Freiburgs und darüber hinaus tragen.

D. I. Y.

Do it yourself – viel zu oft herrscht in der Kulturindustrie eine klare Trennung zwischen (idealisierten) Künstlerinnen* und Konsument-innen*. Auf dem Lad(i)y*fest wollen wir selber Tänzerinnen*, Gestalterinnen*, Technikerinnen* sein und der partiachal geprägten kommerzialisierten Kunstlandschaft etwas entgegensetzen.

I ntersektional

Unterdrückungsmechanismen funktionieren auf verschiedenen Ebenen, die sich überschneiden, Sexismus ist dabei nur eine Form von Herrschaft. Unser Feminismus versucht andere Formen von Diskriminierung zum Beispiel auf Grund von sozialer oder zugeschriebener Herkunft, „Behinderungen“ oder Begehren mitzudenken. Wir sind nicht wirklich frei, bis nicht alle frei sind!

Y ou

Auch du bist Lad(i)y*fest Freiburg! Wir versuchen die Grenzen zwischen „Orga“ und Publikum verschwimmen zu lassen. Alle Prozesse stehen für alle offen und wir wollen Entscheidungen im Konsens treffen.

F eministisch / Fltiq*

Das Lad(i)y*fest ist ein Raum für Frauen,Lesben, trans*-, inter- und queere Personen. Unser Lad(i)y*fest richtet sich nicht gegen Cis- Männer, die ja selber auch nur Teil eines unterdrückenden Systems sind. Doch für unser Empowerment ist es wichtig einen Raum zu schaffen, indem wir uns begegnen können ohne ständig gegen vorherrschende Rollenbilder kämpfen zu müssen.

E xperimente * Empowerment * emanzipatorisch

Das Lad(i)y*fest soll uns einen Rahmen bieten, um uns auszutoben und Dinge zu lernen, die auch in alternativen Szenen oft meistens von Cis-Männern dominiert werden, wie zum Beispiel Tontechnik, Schweißen, Verschlüsselung und und und.

Durch Gespräche, Aktionen, Austausch,… wollen wir Kraft und Mut tanken für unsere Kämpfe gegen die ganze sexistische, rassistische, trans- und homophobe Scheiße mit der wir uns jeden Tag rumschlagen müssen.

S elbstorganisiert * selbstbestimmt * Schutzraum * Solidarität

Da wir alles selber organisieren, können wir die Räume des Lad(i)y*fests auch selber gestalten. Wir wollen einen Raum schaffen in dem wir feiern können ohne Angst vor sexistischen Übergriffen zu haben, wo wir anzieh­en können was und uns bewegen können wie wir wollen ohne dafür beleidigt oder angegriffen zu werden, weil wir nicht den heterosexistischen und zweigeschlechtlichen Normen entsprechen.

Uns verbindet unser Kampf gegen eine sexistische Welt, aber wir sind auch Arbeiterinnen*,  Migrantinnen*, Studentinnen*, Antifaschistinnen*, Sozialhilfeempfängerinnen*, Tierrechtaktivistinnen* und vieles mehr. Das Lad(i)y*fest soll ein Ort sein um sich zu vernetzen mit all unseren unterschiedlichen Geschichten, solidarisch zu sein auch über die feministische Bewegung hinaus.

T anz / Musik / Performance * Theater / Workshops / Zines * Tee trinken

Unser Feminismus ist nicht nur Arbeit, unser Feminismus ist auch Spaß, yeah! Wir wollen gemeinsam unsere Emanzipation möglichst vielfältig und kreativ feiern.

 

 

 

 

 

 


WEITERE INFOS

Was ist eigentlich ein Ladyfest?

„Der Begriff Ladyfest steht für ein feministisches Kunst- und Kulturfestival, bei dem es einerseits um die (Re-)Präsentation des Kulturschaffens von Frauen, Lesben und Transgenderpersonen, andererseits aber auch um eine Auflösung der Geschlechtergrenzen geht. Das Festival wird nach dem Do-It-Yourself-Prinzip organisiert. Das bedeutet, dass es keine professionellen Veranstalterinnen gibt.“ (Bettina Mooshammer, Eva Trimmel: „LADYFEST CAN SAVE YOURE LIFE! Ladyspace als Strategie feministischer Raumproduktion“, S. 184.)

Das erste Ladyfest fand im August 2000 in Olympia (Washington) statt, und inspirierte eine Teilnehmerin im Folgejahr zum ersten Girls Rock Camp. Seither hat die Anzahl der weltweit organisierten Ladyfeste jährlich zugenommen. Das erste Ladyfest in Deutschland fand 2003 in Hamburg statt. 2017 finden unter anderem an folgenden Orten Ladyfeste statt:
Heidelberg: https://ladyfesthd.wordpress.com/
Leipzig: http://ladyfest.leipzigerinnen.de/

Riot-Grrrl-Bewegung?

1991 erschien das Riot-Grrrl-Manifest in der zweiten Ausgabe des „Bikini Kill“ Fanzines und gilt als symbolischer Auftakt dieser feministischen Musikbewegung. Ein Netzwerk aus Mädchen und jungen Frauen, der US-amerikanischen Punkrockszene, das sich lautstark und aggressiv gegen Misogynie, Androzentrismus und Heterosexismus in der Rock- und Punkkultur richtete. Das Themenspektrum beinhaltet (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Sexualität, patriarchale Einschränkungen, Marginalisierung in der Musik-Subkultur, Do-it-yourself Kultur und feministische Politik. Im Do-It-Yourself verhaftet, war der Zentrale Begriff der Bewegung „Ermutigung“, das heißt selbst aktiv zu Handeln und der eigenen Wut und dem Zorn über bestehende Verhältnisse Ausdruck zu verleihen, auf künstlerische kreative und revolutionär Art und Weise.

„Grrrl bringt das Knurren zurück in unsere Miezekatzekehlen. Grrrl zielt darauf, die ungezogenen, selbstsicheren und neugierigen Zehnjährigen in uns wieder aufzuwecken, die wir waren, bevor uns die Gesellschaft klar machte, daß es an der Zeit sei, nicht mehr laut zu sein und Jungs zu spielen, sondern sich darauf zu konzentrieren, ein ,girl‘ zu werden, das heißt eine anständige Lady, die die Jungs später mögen würden.“ (Gilbert & Kile 1997, S. 221)

Ladyfest in Freiburg?

Das letzte Ladyfest in Freiburg fand 2012 statt –  fünf Jahre später soll es erneut in Freiburg ein Fest geben, in dessen Rahmen queer-feministische Fragen diskutiert werden, wir uns empowern und feiern können. Denn nach all der sexistischen Kackscheisse, die sich im vergangenen Jahr wieder prominent bemerkbar gemacht hat (von lokaler sexualisierter Gewalt und der rassistischen Vereinnahmung von feministischen Kämpfen zu der Wahl eines offen misogynen Präsidenten Übersee) und den darauf nötigen Protestzügen ist es wichtig, das wir uns austauschen, vernetzen und unsere Anliegen sichtbar machen.